Moxa-Therapie (Moxibustion)
Die Moxa-Therapie ist in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwurzelt und hat dort eine Tradtition, die mehrere Jahrtausende zurückreicht. In Europa ist die Moxabehandlung erst seit dem 17.Jahrhundert bekannt. Die Moxa-Therapie wird bei uns hauptsächlich von Heilpraktikern oder in speziellen Zentren, welche sich auf die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) spezialisiert haben, durchgeführt.
Bei der Moxa-Therapie werden die Akupunkturpunkte durch Wärme stimuliert. Man nimmt Beifuß (Artemisia vulgaris), der gereinigt und getrocknet wird und bringt das anschließend watteähnliche Material in kerzen- oder kegelähnliche Form. Für die Moxazigarre wird das Material in dünnes Papier eingerollt. Bei der Moxa-Therapie werden diese Kerzen oder Kegel dann abgebrannt, während sie möglichst nah an die Akupunkturpunkte gehalten werden, damit für den Patienten eine angenehme Wärme entsteht. Sinn dieser Wärmeeinwirkung ist es, körperliche Energien – die ins Stocken geraten sind – wieder zum Fließen zu bringen. Die Moxa-Therapie wird auch zunehmend in der Schwangerschaft angewandt, wenn der Fötus die für die Geburt sehr ungünstige Beckenendlage hat. Durch die Moxabehandlung soll erreicht werden, dass sich der Fötus von der Beckenendlage in eine normale Geburtsposition dreht.
Krankheitsgebiete, bei denen man mit einer Moxa-Therapie Linderung erzielen kann, sind beispielsweise chronische Erkrankungen, wie Bronchitis oder Asthma, Depressionen, sowie bei Schwäche- oder allgemeinen Erschöpfungszuständen.
Bei der Moxibustion kann man zwischen zwei verschiedenen Techniken unterscheiden. Angewandt werden die direkte und die indirekte Form der Moxabehandlung. Bei der direkten Form der Moxabehandlung werden kleine Moxakegel direkt auf der Haut angezündet, wo sie dann langsam verglimmen. Das ist ein relativ schmerzhafter Prozess, bei dem es durchaus auch passieren kann, dass der Patient Brandblasen bekommt, bevor der Moxakegel entfernt wird. Diese direkte Form der Moxa-Therapie wird in Europa kaum noch durchgeführt.
Bei der indirekten Form der Moxa-Therapie, die hier in Europa verwendet wird, wird beim Abbrennen des Moxakegels auf den direkten Hautkontakt verzichtet. Der Kegel wird stattdessen auf eine Ingwerscheibe gelegt und dann auf dem Akupunkturpunkt platziert. Der Moxakegel verbleibt so lange auf der Haut, bis der Patient ein intensives Wärmegefühl verspürt. Erst dann wird der Kegel auf den nächsten Akupunkturpunkt aufgebracht. Als Reaktion auf die Wärmebehandlung zeigt sich auf der behandelten Hautstelle eine kleine Rötung. Eine weitere Möglichkeit der indirekten Moxabehandlung ist es, eine Akupunkturnadel an der gewünschten Stelle zu platzieren, an deren Ende Moxawolle befestigt ist, die dann angezündet wird. Auf diese Weise wird die Wärme über die Nadel in den Körper geleitet. Behandelt man den Patienten mit Moxazigarren, so zündet man die Zigarre an und hält sie dann möglichst dicht an den zu behandelnden Punkt. Auch hier soll der Patient zwar ein intensives Wärmegefühl spüren, aber die Haut darf keinesfalls verbrannt werden.
Auch eine Selbstbehandlung ist möglich, wenn dem Patienten die Verfahrensweise ausführlich erklärt worden ist – er muss genau wissen, welche Akupunkturpunkte er stimulieren muss - und er in die Handhabung der Moxakegel eingewiesen worden ist.





