Verletzungsvorbeugung durch Stretching
Es gibt nur wenig wissenschaftliche Belege, dass Dehnübungen (Stretching) Sportverletzungen vorbeugen können. Allerdings belegt eine Umfrage unter High School Trainern in Michigan dass fast alle von ihnen ihre Athleten vor dem Training oder einem Wettkampf durchschnittlich 13 Minuten lang Dehnen lassen. 95 Prozent der Trainer glauben, dass das Stretchen Verletzungen vorbeugt, und fast 73 Prozent sind der Meinung, dass es keine Nachteile mit sich bringt. Sie sind der Meinung, dass ihre persönliche Erfahrung den Nutzen dieser Dehnübungen belegen.
Bevor man entscheidet, dass wissenschaftliche Forschung immer höher zu bewerten ist, als die Meinung von Trainern, sollte man bedenken, dass viele sportliche Prinzipien von Trainern beachtung fanden, bevor sie wissenschaftlich belegt werden konnten. Läufer zum Beispiel machen seit über 90 Jahren Intervalltraining, wogegen der erste wissenschaftliche Beleg ihrer Effizienz erst dieses Jahr veröffentlicht wurde.
Muskeln reissen, wenn die Spannung grösser ist, als deren eigene Stärke, daher sollten Verletzungen vermieden werden, indem die Muskeln gestärkt und nicht gedehnt werden. Es gibt Erkenntnisse, dass Stretching den Muskel langfristig verlängert, und damit eine grössere Kraftübertragung über die Gelenke ermöglicht. Es gibt zwar keinen Beleg, dass Stretching Verletzungen verhindert, aber es ist durchaus denkbar.
Trainer und Wissenschaftler sind sich einig, dass Muskeln nicht in kaltem Zustand gedehnt werden sollten. Wenn man sich also entscheidet, vor dem Training zu Stretchen, sollte man die Muskeln zunächst aufwärmen.





